Asteroiden
Asteroiden, auch Planetoiden genannt, sind planetenähnliche Himmelskörper, die sich im Sonnensystem in großer Anzahl auf elliptischen Bahnen um die Sonne bewegen, vorwiegend zwischen den Bahnen der Planeten Mars und Jupiter. Nach jüngsten Schätzungen befinden sich in diesem Asteroidengürtel etwa 1,5 Millionen Asteroiden. Die Durchmesser der einzelnen Objekte bewegen sich zwischen der eines Staubkornes bis hin zu mehrern 100 bis 1000 Kilometern. Manche Asteroiden besitzten sogar einen kleine Begleiter. Einge der erdnahen Planetoiden sind recht einfach mittels der unbemannten Raumfahrt zu erreichen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten Jahren Raumsonden zu diversen Asteroiden geschickt wurden.
Zur Entstehungsgeschichte der Asteroiden gibt es verschiedene Theorien:

Es könnten sich um die Ueberreste eines gesammten Planeten handeln oder um Materieklumpen aus der Frühzeit des Sonnensystems, die sich wegen der Gravitationskräfte des Planeten Jupiter nicht zusammenschliessen konnten.

Eine ganz besondere Gruppe von Kleinplaneten bilden die so genannten Trojaner. Die beiden Trojaner-Gruppen bewegen sich auf der Umlaufbahn des Jupiter immer 60 Grad vor bzw. hinter dem Riesenplaneten. An den Librationspunkten Lagrange L4 und L5 heben sich die Anziehungskräfte genau auf, so dass sich dort Asteroiden ansammeln und nicht mehr entfliehen können. Sehr wahrscheinlich wurden diese Himmelskörper vom Planetetn Jupiter eingefangen.

Im Moment sind an L4 900 und an L5 600 Asteroiden bekannt. Die Gesammtzahl wird auf einige Tausend geschätzt. Die Trojaner gehören zu den größeren Asteroiden. Achilles besitzt einen Durchmesser von über 100 Kilometern, Hektor von über 200 Kilometern

Einteilung / Klassifizierung der Asteroiden
C - Typ
M - Typ
Achondriten
S - Typ
Drei Viertel der von der Erde aus sichtbaren Asteroiden, darunter Ceres, gehören zum C-Typ. Dieser ist mit einer Klasse von Steinmeteoriten verwandt, den kohlenstoffhaltigen Chondriten. Man hält sie für die älteste Materie im Sonnensystem; ihre Zusammensetzung ähnelt derjenigen einfacher solarer Nebel. Diese Asteroiden sind sehr dunkel, vermutlich wegen ihres Gehalts an Kohlenwasserstoffen. Anders als Mond und Erde sind sie nach ihrer Entstehung weder geschmolzen noch erwärmt worden.
Viel seltener kommt der M-Typ vor, der in seiner Zusammensetzung den Eisenmeteoriten entspricht. Diese Asteroiden bestehen aus einer Eisen-Nickel-Legierung. Sie könnten den Kernen ehemaliger, geschmolzener Planeten entstammen, deren Bestandteile sich entmischten und deren äußere Hüllen durch Zusammenstöße mit anderen Objekten abgesprengt wurden.
Einige sehr wenige Asteroiden, vor allem Vesta, sind vermutlich mit der seltensten Klasse von Meteoriten verwandt, den Achondriten. Ihre Oberfläche hat eine vulkanische Zusammensetzung, ähnlich den Laven der Erde und des Mondes.

Rund 15 Prozent aller Asteroiden gehören zum S-Typ, der mit den Stein-Eisen-Meteoriten verwandt ist.

Asteroid "Ceres"
Ceres wurde als erster Asteroid am 1. Januar 1801 vom italienischen Astronomen Giuseppe Piazzi entdeckt. Ceres befindet sich in der Mitte des Asteroidengürtels, und umkreist die Sonne in einem mittlerem Abstand von 2,77 astronomischen Einheiten. Für einen Umlauf benötigt der Kleinplanet 1.682 Tage.
Die Umlaufbahn ist um 10,6° gegen die Ekliptik geneigt. Mit einem Durchmesser von etwa 930 km ist er der grösste Asteroid der bis heute entdeckt wurde. Die Rotationsperiode beträgt 9,075 Stunden, die mittlere Dichte wird mit 2,14 g/cm3 angegeben.
In den Jahren 2003 und 2004 machte das Hubble Space Telescope 267 Aufnamhem des Asteroiden.
Aus diesen Aufhahmen leiteten die Wissenschaftler ab, das sein Inneres aus verschiedenen Schichten, ähnlich wie ein terrestrischer Planet, aufgebaut ist. Vielleicht besitzt Ceres einen felsigen Kern, umgeben von einem Eismantel und einer staubigen, dünnen, äußeren Kruste.
Auf einigen Bildern ist ein heller weisser Fleck zu Beobachten. Bis jetzt ist es völlig unklar, worum es sich dabei handeln könnte.
Dies dürfte sich spätestens im August 2015 ändern. Dann wird die Raumsonde Dawn in eine Umlaufbahn um Ceres einschwenken und ihn mehrere Monate untersuchen.
Asteroid "Annefrank"
Der Asteroid Annafank wurde am 23. März 1942 von dem deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth entdeckt.
Annefrank bewegt sich zwischen 2,0723 (Perihel) AU bis 2,3526 AU (Aphel) auf einer fast kreisförmigen Bahn um die Sonne und ist ein Mitglied des Asteroiden-Hauptgürtels. Die Bahn ist 4,2469° gegen die Ekliptik geneigt. Der Durchmesser betägt in etwa 8 km und für eine Sonnenumrundung benötigt er ca. 3,3 Jahre. Die Oberfläche ist von zahlreichen Krater gezeichnet und hat ist sehr dunkel.
Am 2. November 2002 flog die Raumsonde Stardust in einer Entfernung von 3000 km an dem Himmelskörper vorbei und schicke zahlreiche Bilder an die Erde zurück.

Er

Komet "Wild 2"
Entdeckt wurde der Komet am 6. Januar 1978 von dem Schweizer Astronomen Paul Wild.
Im Januar 2004 folgt die Raumsonde Stardust in einer Entfernung von 236 km und einer Geschwindigkeit von 6.1 km/s durch den Schweif des Kometen und sammelte dabei Materie in Form von Staubpartikeln mit einem speziellen Kollektor ein. Die eingefefangenen Partikel haben nur eine Grösse wenigen Mikrometer. Dieser Kollektor wird dann gefaltet und in einer Kapsel in Richtung Erde geschickt. Wenn diese im Januar 2006 auf der Erde landet, werden die Forscher erstmals in der Lage sein, Interstellaren Staub und Staub eines Kometen zu analysieren.

Wild 2 hat einen Durchmesser von 4.5 km und braucht für eine Umrundung der Sonne 6,39 Jahre. Wild 2 besitzt eine ausgesprochen raue Oberfläche, die mit flachen Depressionen überzogen ist, deren Ränder aber steil und schroff sind. Bei einigen dürfte es sich um Einschlagskrater handeln, bei anderen scheidet ein Einschlag als Ursache aus, da sie eckig und nicht rund sind. Die steilen Ränder bedeuten aber, dass das Material relativ fest ist. Bei einer lockeren, schneeartigen Substanz müssten die Oberflächenstrukturen weicher und runder sein. Eine Oberflächenöffnung, aus der vermutlich ein Gasjet austritt, besitzt sogar nahezu senkrechte Wände. Die meisten Einsenkungen sind groß. Dagegen scheinen kleinere Krater, wie man sie auf anderen eisigen Himmelskörpern findet, zu fehlen.
In seine jetztige Umlaufbahn wurde Wild 2 am 09 September 1974 während einer nahen Begegnung mit dem Gasriesen Jupiter "geschuppts". Seine Umlaufszeit wurde von gut 40 Jahren auf etwa 6 Jahre verkürzt und er dreht seine Bahnen jetzt im inneren Sonnensystem.
Vorbeiflug der Raumsonde Stardust am Kometen "Wild 2"
Am 15. Januar 2006 ist die Kapsel der amerikanischen Raumsonde Stardust mit einer Geschwindigkeit von 12.9 km/s in die Atmosphäre eingetreten. Um 11:10 MEZ setzte die Sonde auf dem Gelände einer amerikanischen Militärbasis im Bundesstaat Utah auf.
Das Mutterschiff selber zündete die Triebwerke und schwenke in einen Orbit um die Sonne ein. Dort wird die Sonde in einer Art Dämemrzustand verbringen. Zur Zeit wird nach neune Zielen für das Raumschiff gesucht. Ein möglicher Kandidat wäre der Komet Temple 1, welcher im Jahr 2005 von der Raumsonde Deep Impact torpediert wurde. Ein mögliches Rende-vous, falls die Mission genehmigt würde, könnte im Jahr 2010 stattfinden.
Filmaufnahmen vom Wiedereintritt der Star Dust-Sonde
Komet "Temple 1"
Der Komet Temple 1 wurde 1867 von Ernst Temple entdeckt und bewegt sich auf einer elliptischen Umlaufbahn zwischen Mars und Jupiter. Die Umlaufszeit beträgt etwa 5.5 Jahre.
Im Januar 2005 startete eine Delta II Rakete und brachte Deep Impact auf den Weg zum Komet Tempel 1. Am 3. Juli 2005 wurde der Impactor dann auf Kurs Richtung Kometenkern gesetzt. Der Einschlag wird etwa 24h später erfolgen.

Mit einer Geschwindgkeit von 10.3 km/s schlug der 372 kg schwere Impactor am 4. Juli 2005 auf Temple 1 auf und hinterliess dabei einen Krater von 30 Meter Tiefe und 100 Meter Durchmesser. Es wurden dabei 10'000 Tonnen Staub freigesetzt. Der Aufschlag hat einer Energie von 4.5 tausen Tonnen TNT entsprochen.
Der Einschlag sorgte für eine unerwartet heftige Explosion auf dem Kometen selbst. Es wurde viel Material ausgeworfen, das auf den Bildern gut zu sehen ist. Diese Bilder konnte die Flyby-Sonde aus etwa 8000 km Distanz
fotografieren.
Einige Bilder vom Impactor kurz vor dem Aufschlag
Die Sonde "Deep Impact"