Allgemeine Daten
Durchmesser : 49 528 km
Masse : 102.4 x Trilliarden t
Dichte : 1.64 g/cm3
Entfernung : 4.49 Mia. km
Umlaufszeit : 164.8 Jahre
Rotationszeit : 16 h 3 min
Der 8. Planet wurde am 23. September 1846 von Johann Gottfried Galle entdeckt, nachdem John Couch Adams in England und Urbain J. J. Leverrier in Frankreich seine Existenz und Position am Himmel unabhängig voneinander vorhergesagt hatten. Aufgrund seiner enormen Distanz von der Erde ist der Neptun ohne Teleskop nicht mehr sichtbar. Die meisten Informationen haben wir von der Raumsonde Voyager 2 erhalten, die den Planeten im August 1989 besucht hat. Ohne diese Sonde hätten wir unser Wissen über den Neptun wohl kaum erweitern können, da sich der Planet selbst in den leistungsstärksten Teleskopen als unscheinbare Kugel offenbart.
Der Aufbau des Neptun
Neptun hat von allen Gasriesen die höchste Dichte und ist am kleinsten. Er hat einen kleinen Gesteinskern mit einem Durchmesser von ca. 14000 km. Sein Mantel besteht aus diversen gefrorenen Stoffen, wie Wasser, Methan und Ammoniak. Der Eismantel geht schrittweise in die Gasatmosphäre über.

Die Atmosphäre
Die Atmosphäre besteht hauptsächlich aus den Elementen Wasserstoff 80%, Helium 18% und Methan 2%. Die bläuliche Farbe erhält der Planet durch Methangase in der oberen Atmosphäre. Diese verschlucken den langwelligen Anteil des ankommenden Sonnenlichtes und reflektieren nur den kurzwelligen, blauen Anteil. Es gibt, anders als beim Uranus, wolkenähnliche Strukturen. Das lässt darauf schliessen, dass der Planet eine "innere Energiequelle" besitzt. Anhand der Schatten die die Wolken auf der Atmosphäre hinterlassen, konnte man berechenen, dass sich diese Strukturen in etwas 50 km Höhe befinden. Sein auffälligstes Merkmal ist aber der dunkle Fleck, der eine gewisse Aehnlichkeit mit dem grossen roten Fleck des Jupiter hat. Der dunkle Fleck rotiert innerhalb von 16 Stunden im Gegenuhrzeigersinn um den Planeten und zwar mit einer Geschwindigkeit von rund 1170 km/h!!
6 Jahre nach Voyager wurde das Hubble Weltraumteleskop auf den Planeten gerichtet. Zur allgemeinen Ueberraschung war der dunkle Fleck verschwunden. Allerdings tauchten andere interessante Atmosphärenstrukturen auf.
Das Ringsystem
Bereits von der Erde aus hatte man durch Sternbedeckungen Hinweise auf ein Ringsystem erhalten. Aber erst durch die Ankunft von Voyager 2 erhielt man spektakuläre Einsichten in das Ringsystem des "blauen" Planeten. Es besteht aus hauchdünnen Ringsystemen. Allerdings weiss man bis heute nicht sehr viel über den Aufbau. Wahrscheindlich bestehen die Ringe aus kleinen Fels- und Eisbrocken. Einer von ihnen hat eine aussergewöhnliche "verdrehte" Form. Auch das Hubble Teleskop konnte nicht erklären wieso diese Struktur so lange überleben konnte.
Das System der Neptunringe umfasst zwei vergleichsweise schmale Ringe und zwei breite "Scheiben". Sie sind allesamt nach jenen Astronomen benannt, die direkt oder indirekt an der Entdeckung des Neptun beteiligt waren. Der (äußere) Hauptring (Adams-Ring) ist knapp 63.000 km vom Neptunzentrum entfernt, die innere, diffuse Scheibe (Galle-Ring) reicht bis auf 42.000 km an Neptun heran.
"seltsam verdrehter Ring"
Die Monde
Der Neptun wird von 11 Monden umkreist. Naiad, Thalassa, Despina, Galatea, Larissa, Proteus, Nereid und Triton, um nur einige zu nennen.
Triton
Der Grösste von ihnen ist Triton. Mit einem Durchmesser von 2700 km übrtrifft er sogar noch den Planeten Pluto. Seine mittlere Entfernung beträgt 354 800 km und er braucht für eine Rotation etwa 6 Tage. Aufgrund seiner hohen Dichte von 2.06 g/cm3 besteht der Mond wohl zu 2/3 aus Gestein und zu 1/3 Eis. Er hat eine dünne Atmosphäre bestehend aus 99% Stickstoff und 1% Methan. In einer Höhe von 3 - 6 km wurden Dunstschleier aus Methan- und Stickstoffeis gefunden. Ueber 90% des auftretenden Sonnenlichtes wird wieder in den Weltraum reflektiert. Deshalb herrschen auf dem Mond Themperaturen von -235 °C. Es gibt fast keine Einschlagkrater. Der grösste unter ihnen hat nur einen Durchmesser von 27km. Häufiger kommen dagegen erstarrte Ströme aus Wasser und Ammoniak vor, welche bis zu 80 km breit sind. Die südliche Polkappe dürfte von blassrotem Stickstoffschnee bedeckt sein. Dieser schmilzt, bedingt durch die Jahreszeiten und lagert sich dann erneut ab. Stickstoff schmilzt bereits bei -210 °C. Das interessanteste Phänomen sind aber die aktiven Geysiere. Diese schleudern von Zeit zu Zeit Eis ( 80% ) und Gas ( 20% ) mit einer Geschwindigkeit von 150m/s aus ihrem Schlot.
Der Mond hat einen retrograden Orbit; das heisst er umkreisst den Planeten rückwärts. Es gibt viele Monde in unserem Sonnensystem die dies tun, aber keiner von ihnen ist so gross wie Triton. Man geht davon aus, dass der Mond aus dem Kuiper Gürtel stammt und erst später vom Neptun eingefangen wurde.