Allgemeine Daten
Durchmesser : 120 536 km
Masse : 569 Trillionen t
Dichte : 0.69 g/cm3
Entfernung : 1.427 Mia. km
Umlaufszeit : 29.46 Jahre
Rotationszeit : 10h 39 min
Aufbau des Saturn
Der Saturn ist der zweit grösste Planet in unserem Sonnensystem. Sein Gesteinskern ist etwa 2- 3 mal so gross wie die Erde. In einer Tiefe von 1000 km geht der Wasserstoff vom gasförmigen in den flüssigen Zustand über. In 32000 km liegt der Wasserstoff in metallischer Form vor. In dieser Schicht dürfte wohl das Magnetfeld entstehen.
Wie auf dem Jupiter besitzt auch der Saturn ein stark ausgeprägtes System aus Wolken und Bändern. Ebenfalls gibt es turbulente Stürme, die durch die obere Atmosphäre jagen; allerdings nicht so ausgeprägt wie beim Jupiter. Die Hauptbestandteile der Atmosphäre sind ebenfalls Wasserstoff und Helium. Der Heliumgehalt macht aber nur noch etwa die Hälfte des Jupiters aus. Mit einer Dichte von nur 0.69 g/cm3 ist der Planet federleicht. Seine Dichte liegt sogar unter der von Wasser. Gäbe es einen Ozean der gross genug wäre, könnte der gesammte Planet darauf schwimmen .
Das Ringsystem des Jupiters
Schon in einem kleinen Teleskop sind einige Ringe des Saturns zu erkennen. Dieses einmalige System aus Fels und Eisbrocken hat den Planeten wohl so berühmt gemacht. Obwohl auch die anderen Gasriesen Ringe haben, sind diese wohl nicht so ausgeprägt und bewundernswert wie die des Saturns.
Das ganze System setzt sich aus mehreren einzelnen Ringen zusammen. Zwischen den einzelnen Ringen gibt es noch zahlreiche Monde. Die 3 Hauptringe A, B und C sind die einzigen von der Erde aus erkennbaren Ringe, obwohl sie nur 10 - 100 Meter dick sind. Zwischen dem A und B Ring befindet sich die Cassinische Teilung.
Die einzelnen Bestandteile des A Rings haben Grössen von Staubkörnern bis zu 10 Metern. Die Brocken im B Ring weisen Durchmesser von 10 cm - 100 cm auf und der C Ring hat Strukturen mit durchschnittlich 2 Metern Durchmesser. Die einzelnen Ringsegmente rotieren unabhängig voneinander um den Planeten.
Die Monde des Saturn
Mimas
Mimas ist der Innerste der grossen Saturn Monde und wurde 1789 von dem britischen Astronom Sir William Herschel entdeckt. Er hat einen Durchmesser von etwa 400 km und ist im Mittel
185 000 km vom Saturn entfernt. Er besteht zu einem grossen Teil aus Eis. Die Oberfläche ist sehr stark von Kratern bedeckt. Allerdings ist der riesige Krater Herschel das herausragendste Augenmerk des Mondes. Er hat eine Grösse von über 130 km und macht somit fast ein Drittel des gesamten Mondes aus. Die Wände erreichen eine Höhe von 5 km, sein Kraterboden Tiefen von bis zu 10 km. Sein zentraler Berg ragt etwa 6 km in den "Himmel". Auf der Rückseite sind Risse zu verzeichnen, welche wohl auf den Einschlag zurück zu führen sind. Der Mond ist bei diesem gewaltigen Aufprall wohl fast zerrissen worden.
Dione
Diese Bild des Mondes Dione wurde am 27 Oktober 2004 von der Raumsonde Cassini aus einer Distanz von etwa 1.2 Millionen km aufgenommen.
Entdeckt wurde Dione am 21 März 1684 von dem Astronomen Giovanni Cassini.
Der Mond - Durchmesser beträgt 1118 km. Bei einer mittleren Entfernung von 377 420 km, benötigt er für eine Saturnumlauf 65 Stunden und 41 Minuten. Der Trabant besteht vorwiegend aus Eis und hat eine Dichte von 1.5 g/cm3.
Tethys
Cassini ist dem Mond näher gekommen als jede Raumsonde zuvor. Dabei gelang das beste Foto von Tethys in Echtfarben. Die Oberfläche ist sehr stark von Karter durchzogen. Es ist bekannt, dass seine Dichte ( 1.21 g/cm3 ) sehr nahe bei der von gefrorenem Wasser liegt. Dadurch vermutet man, dass der Mond hauptsächlich aus Wassereis besteht.
Entdeckt wurde der Mond von Giovanni Cassini im Jahre 1684. Tethys umkreist den Saturn in einem mittleren Abstand von 294.660 km in 45 Stunden und 18 Minuten auf einer kreisförmigen Umlaufbahn. Der Mond hat einen Durchmesser von 1060 km. Auf der westlichen Hemisphäre gibt es den Krater Odysseus, welcher einen Durchmesser von 400 km hat. Das riesige Thal " Ithaca Chasma " umspannt den Mond etwa zu 2/3. Es ist dabei 100 km breit, 2 - 5 km tief und fast 2000 km lang.
Der Saturn hat mindestens 30 Monde. Der Grösste unter ihnen ist Titan. Er übertrifft mit einem Durchmesser von
5150 km sogar die Planeten Merkur und Pluto. Entdeckt wurde der Mond bereits 1655 von Christiaan Huygens. Er ist ausserdem von einer Atmosphare aus Stickstoff und Methan umgeben. Die Temperaturen bewegen sich bei etwa -180°C. Das ist wahrscheindlich auch der Grund wieso der Mond seine Atmosphäre überhaupt noch besitzt
Der Astronom Carl Sagan geht von der Möglichkeit aus, daß unter der Oberfläche ständig Methan, Ammoniak und Wasser aufgeheizt wird und nach oben in die Atmosphäre hinein verdunstet. Dort werden die Gase durch die Sonneneinstrahlung in molekularen Wasserstoff und andere einfache Verbindungen umgewandelt. Durch die große Entfernung des Titan zur Sonne und der geringen Strahlenbelastung, wird der Aufbau von stabileren Molekülen begünstigt. Die VOYAGER-Sonden haben diese Vermutungen bestätigt und teilweise untermauert. Im Magnetfeld des Saturn befinden sich Elektronen und Protonen; dieses Magnetfeld wird immer wieder von Titan auf seiner Umlaufbahn durchflogen. Die Kombination des UV-Lichtes der Sonne, des Magnetfeldes des Saturn und die passende Mischung von Stickstoff und Methan, das haben Experimente auf der Erde bewiesen, begünstigen den Aufbau von stabilen komplexen Molekülen. Man stellt sich den Titan als eine Art primitive, gefrorene, urzeitliche Erde vor.
Am 14 Januar 2005 wird voraussichtlich die Huygens-Probe auf der Titan Oberfläche landen. Diese wird wohl mit einer Geschwindigkeit von ca. 6 m/s aufsetzen. Daher besteht eine recht gute Möglichkeit, dass der Lander unbeschadet bleibt und Daten, sowie Bilder zur Erde funken wird. Dies geschieht mit Hilfe des Cassini Orbiters, der den Gasriesen umkreist. Auf alle Fälle werden bereits beim Abstieg die Instrumente und Kameras Bilder und Informationen sammeln und weiterleiten. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Cassini Sonde eine CD-ROM mit an Bord hat. Auf dieser Scheibe sind Unterschriften von allen möglichen Personen gespeichert. Man hatte vor dem Start die Möglichkeit sich einzutragen.
Titan
Die ersten Bilder nach dem ersten, nahen Vorbeiflug des 26 Oktober 2004 am Titan, zeigen rechts einen Mond mit bisher unerreichtem Detailreichtum. Die Auflösung beträgt etwa 2 - 4 km pro Pixel. Die Aufnahmen wurden soweit bearbeitet, dass die Strukturen der Oberfläche besonders gut hervorgehoben wurden. Die helle Region in der rechten Bildhälfte trägt den Namen Xanadu. Die Wissenschaft diskutiert zur Zeit heftig daüber, wie diese bizarre Oberfläche gestaltet wurde.
Das Bild links entstand ebenfalls am 26 Oktober 2004, als sich die Raumsonde bis auf 1200 km dem Mond genähert hatte. Zu diesem Zeitpunkt richtete Cassini die Radar - Instrumente auf Titan. Hellere Gebiete deuten auf ein rauheres, dunklere hingegen eher auf ein glattes Gelände hin. Nur wenige Einschlagkrater wurden bis jetzt auf Titan entdeckt, welches auf eine recht junge Oberfläche schliessen lässt. Das Bild zeigt einen Ausschnitt von etwa 150 x 250 km.

Am 24.12.2004 löste sich der Titan Lander Huygens von seinem Mutterschiff und machte sich auf den Weg zum Saturnmond Titan. Die Sonde wird erst kurz vor Ankunft aktiviert werden. Der geplante Eintritt in die Atmosphäre des Mondes ist am 14. Janaur 2005. Dann wird die Sonde während des 2 - 2.5 Stündigen Abstiegs zur Oberfläche alle Daten über die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre und hoffentlich viele beeindruckende Bilder zum Orbiter Cassini schicken. Je nach Beschaffenheit der Oberfläche, wird der Lander mehr oder weniger lange überleben. Auf alle Fälle hat der Lander ein eingebautes Mikrophone dabei, welches zum ersten Mal Geräusche auf einem fremden Himmelskörper aufzeichen wird.

Das Bild auf der rechten Seite zeigt Huygens auf seinem Weg zum Titan. Die Aufnahme entstand etwa 12h nach seiner Trennung von Mutterschiff Cassini.
Landung auf Titan
Der Huygens-Lander trat um ca. 11:13 MEZ in die Atmosphäre ein und benötigte bis zum Aufsetzten etwa 2.5 h. In ca. 180 km Höhe der Pilotschirm, der erste von drei Fallschirmen, mit 2 Meter Durchmesser aktiviert, wodurch das Back-cover entfernt und der Hauptschirm (8,3 Meter) geöffnet wurde. Nach 30 Sekunden war die Huygens auf Mach 0,6 abgebremst und der Hitzeschild, welcher mit über 100 kg fast ein Drittel des Gewichtes der Sonde ausmacht, wurde abgeworfen. In einer Höhe von ca.. 120 km wurde dann der Hauptschirm abgeworfen und die Kapsel benötigte für den restliche Abstieg zur Oberfläche 2,5 Stunden. Dabei führte die Sonde zahlreiche Messungen durch. Kurz bevor die Oberfläche erreicht wurde, leuchtete der Lander die Oberfläche mit einem grossen Scheinwerfer aus.
Auf der Oberfläche wurden Temperaturen von -179,4 °C gemessen. Trotz dieser schwierigen Bedingungen arbeitete die Sonde für 70 minuten.
Einige Bilder vom Abstieg der Sonde
Küste und Kanäle auf Titan ?
Landeplatz Panoramaaufnahme
Aufnahmen des Landeplatzes
Starke Hinweise für Seen auf Titan
Die Raumsonde Cassini konnte während eines Vorbeifluges am Saturnmond Titan in der Nähe des Nordpols eine Anhäufung dunkler Flecken beobachten. Die Aufnahmen entstanden aus einer Höhe von 950 Kilometern und haben eine Auflösung von 500 Metern pro Bildpunkt. Darauf erkennbar sind rund ein Dutzend solcher dunkler Flekcen zu erkennen. Es könnten sich dabei um Methan- oder Ethanseen mit Durchmessern zwischen 10 und 100 Kilometern handeln. Zwischen einigen dieser Strukturen sind dunkle Verbindungslinien zu sehen. Die Forscher interpretieren sie als Kanäle, die in schwarze Gebiete münden. Ob es sich bei ihnen tatsächlich um Methanseen handelt, sollen weitere Überflüge in den nächsten zwei Jahren klären.
Falls es sich tatsächlich um Seen handeln sollten würde es sich beim Satutnmoond Titan um den 2. Himmelskörper im Sonnensystem handeln, der die Fähigkeit besitzt, dauerhaft Flüssigkeit auf seiner Oberfläche zu beherbergen.
Als starke Beweis für Seen gebe die Radarwissenschaftler unter anderem folgende Argumente an:

Zwischen den einzelnen Seen gibt es kanalartige Verbindungen.

Einige sind ganz gefüllt während andere nur teilweise gefüllt wirken oder ganz trocken sind.

Ein jahreszeitlicher Füllstand sollte anhand von weiteren Überflügen beobachtet werden können.

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